Thomas Bauer (links) und Friedrich Reinhard Wilke von den Stadtwerken Arnstadt informierten sich gestern über den Restaurierungszustand von zwei Gemälden bei Restauratorin Claudia Krottasch (zweite von links) und Museumschefin Antje Vanhoefen im Schlossmuseum Arnstadt.
Foto: Hans-Peter Stadermann

Arnstadt. Im Reich von Claudia Krottasch riecht es nach Ölfarben und Verdünnung. Darüber hinaus benötigt die Restauratorin aber viel Fingerspitzengefühl, um Preziosen aus dem Depot des Schlossmuseums wieder in einen anschaulichen Zustand zu versetzen.

Oftmals dauert es Monate, bis historische Gemälde fertig bearbeitet sind. Derzeit widmet die Expertin ihr Hauptaugenmerk den gerade erst endgültig identifizierten Porträts des eher unbekannten Kaisers Karl VII. und seiner Gemahlin Maria Amalia.

Wer die Werke schuf, ist nicht überliefert. Doch war es kein Provinzkünstler, ist Museumschefin Antje Vanhoefen überzeugt. Er war ein Meister seines Faches und schuf die Werke mutmaßlich zwischen 1740 und 1745. „Maria Amalia ist ganz klar eine Habsburgerin“, sagt die Fachfrau augenzwinkernd. Nicht nur Nase und Mundpartie sprechen dafür, sondern auch die weißblonden Wimpern, die viele Frauen dieser Linie haben.

Die Jahrhunderte sind nicht spurlos an den Bildern vorübergegangen. Die Ölfarben dunkelten nach. Das Porträt von Maria Amalia wurde offenbar von Feuchtigkeit geschädigt und war schon einmal in den Händen von Restauratoren.

Claudia Krottasch überarbeitet deren Werk nun so sanft wie möglich. Ziel ist es, die Porträts für die nächsten Jahrzehnte zu sichern und vor weiteren Schäden zu bewahren. Das ursprüngliche Werk dabei aber so wenig wie möglich zu verändern. Das benötigt Geduld und Können.

Dass die Restauratorin Hand an die Gemälde anlegen kann, ist den Stadtwerken zu verdanken. Anlässlich ihres 25. Jubiläums riefen sie Vereine auf, sich mit Projekten, die nachhaltig für die Stadt wirken, zu bewerben. 25 000 Euro wurden insgesamt ausgelobt. Eine Jury sprach dem Museums-Förderverein 6500 Euro zu, die in die Restaurierung fließen.

Am 10. September, zum Tag des offenen Denkmals, sollen die Gemälde wieder öffentlich zu sehen sein – in der Ahnen- und Herrschergalerie in der Beletage des Museums. Bis dahin sollen auch einige Räume des Schlosses umgestaltet werden,

TA: Britt Mandler / 15.06.17