Exponat des Monats: Leuchtertische

Diese zwei barocken Leuchtertische mit Schnitzwerk des Arnstädter Bildhauers Heinrich Christoph Meil, um 1730 entstanden, gehören zu den Exponaten im Schlossmuseum. Sie wurden restauriert. Foto: Claudia Marschner

Diese zwei barocken Leuchtertische mit Schnitzwerk des Arnstädter Bildhauers Heinrich Christoph Meil, um 1730 entstanden, gehören zu den Exponaten im Schlossmuseum. Sie wurden restauriert. Foto: Claudia Marschner

Arnstadt. Vor allem aus der fürstlichen Sammlung und Ausstattung des Palais haben sich Kunstobjekte und Möbel erhalten. Dazu gehören zwei reich verzierte, in Holz geschnitzte barocke Leuchtertische – sogenannte Gueridons -, die stark beschädigt und vom Holzwurm befallen waren. Nach Beendigung der Restaurierung haben sie jetzt ihren Platz im ehemaligen Audienzzimmer als passende Ergänzung des vorhandenen barocken Interieurs gefunden.

Die beiden Tischchen stehen auf drei Beinen

Die beiden etwa 100 cm hohen Gueridons aus Eiche stehen auf drei Füßen, über denen ein kandelaberartiger Aufbau die achteckigen, furnierten Tischplatten aus Nadelholz hält. Die Tischchen wurden wohl vom Bildhauer Heinrich Christoph Meil um 1730 für die Ausstattung des Arnstädter Palais geschnitzt. In barocken Formen zieren eingerollte Blätter, Blüten und Maskarons die s-förmigen Füße und die Schäfte. Besonders raffiniert wurden aber die verschiedenen Holzfurniere zur dekorativen Gestaltung der Tischplatten eingesetzt. Die Bestimmung durch den Restaurator ergab folgende Furniere: Es fanden sich neben einheimischen Hölzern wie Ahorn, Nussbaum, Apfel, Birne und Pflaume auch exotische wie Olive, Afrikanisches Mahagoni und das rote, dunkelstreifige Padouk-Holz. Die Vielfalt und Seltenheit mancher Hölzer sollte im Zusammenhang mit den bildlichen Motiven auf den Tischplatten die fürstlichen Möbel zu Luxusartikeln für die Repräsentation machen.Eine Tischplatte zeigt das fürstliche Doppelwappen von Schwarzburg und Bernburg mit einer Krone darüber und die andere ein Spiegelmonogramm. Da das Doppelwappen sich auf Fürst Günther I. und Elisabeth Albertine von Schwarzburg-Sondershausen bezieht, konnte das Spiegelmonogramm als „EA“ – Elisabeth Albertine – aufgelöst werden.Leuchtertische mit Kerzenständern spielten in den Schlössern des Barock, so auch im Palais Arnstadt, eine große Rolle. Als Paar bildeten sie rechts und links eines Beistelltischs oft ein Ensemble. Zum einen aus praktischen Gründen zur besseren Beleuchtung des Tisches und zum anderen als repräsentative Möbelgruppe.

Helga Scheidt / 28.11.12 / TA